Armenien & Iran – Nachbarländer wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten

Pünktlich zum 31.01.2018 haben wir unsere Winterpause beendet und sind wieder losgezogen Den Landy haben wir wieder schwer beladen und den Rapido frisch herausgeputzt. Zum Start ins neue Jahr hat er innen und außen noch mal eine gründliche Reingung erhalten und ist nun bereit für die nächsten Abenteuer 😉

Von Tiflis aus sind wir nach Armenien gestartet. Bei Sadakhio/Bagratashen haben wir die Grenze überquert. Vom ersten Ankommen in Armenien bis zur Ausreise, einen knappen Monat später, sind wir letztendlich nur positiv überrascht und äußerst angetan von dem Land. Die Landschaft ist abwechslungsreich und wunderschön, die Menschen sind freundlich, offen und hilfsbereit. Im Vorfeld unserer Reise haben wir von verschiedensten Personen immer wieder über Georgien gehört, das dieses Land der absolute Geheimtipp wäre. Wir würden allerdings jetzt nach unseren eigenen Erfahrungen eher Armenien als den Geheimtipp für Touristen hervorheben. Jeder, der ein neues Land erkunden will, das noch weitestgehend unberührt ist von Tourismus und dabei herzlich empfangen werden will ist hier genau richtig :-)!

Wir haben in Kapan (im südlichsten Zipfel von Armenien bei einer noch jungen Organisation (ARK Armenia) drei Wochen als Freiwillige mitarbeiten können und dabei viel über das Land, dessen unruhige Geschichte und die aktuelle Lage und Situation erfahren.

Die Organisation hat sich zum Ziel gesetzt einen sanften Ökotourismus in der Region aufzubauen und dadurch unter anderem auch die Bauern in der Nachbarschaft zu unterstützen ihre Arbeit effizienter und gewinnbringender zu gestalten. Dazu wurden in den letzten drei Jahren mit Hilfe von Freiwilligen zwei Ökocamps aufgebaut, ein Netzwerk aus Wanderwegen erschlossen und darüberhinaus zwei große Permakulturgärten angelegt, die auch als Anschauungsobjekte und Trainingsfläche für nachhaltige Landwirtschaft dienen sollen.

Wir haben hier mitgeholfen bei der Planung der Gestaltung neuer Flächen und eines Hobbitdorfes, haben selber zwei neue Pfade und ein Hochbeet angelegt und diverse Kleinigkeiten erledigt.

Wohnen durften wir dafür im ehemaligen Sommerhaus des Projektleiters in Arajadzor einem kleinen Bergdorf auf ca. 1200 Meter. Diese Dacha war für uns ein optimaler Ausgangspunkt für kleine Spaziergänge und Ausflüge und wenn wir es schafften den Holzofen anzuzünden ohne zu viel Rauch zu inhalieren, konnten wir hier auch kreativ werden und unsere Pläne zu Papier (bzw. Computer) bringen.

Zum Abschied nach drei Wochen luden wir unsere Gastgeber noch einmal zu einem zünftig, bayrischen Essen (Schweinsbraten mit Knödel und Salat) ein  und mussten uns dann aber (nach drei Wochen) wieder einmal mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschieden. In jedem Fall werden wir die Arbeit von ARK Armenia weiter verfolgen. Gerne kommen wir dann in ein paar Jahren wieder, um in den neuen Hobbithöhlen zu übernachten ;-)!

Neben einigen kleinen Geschenken und einem riesigen Kürbis haben uns Armen & Siranush (unsere Gastgeber) auch noch die These mit auf den Weg gegeben, dass wir nun mit der Reise nach Iran endgültig in eine andere Welt eintauchen würden. Armenien stünde noch sehr deutlich unter europäischem Einfluss, auch geographisch sei es zum Teil noch Europa anzurechnen, der Iran hingegen … eine andere Welt!

Nach 3,5 Stunden Grenzbearbeitung, wovon mindestens 1,5 Stunden auf das Konto von Pepsi gehen, die genau zur falschen Zeit einen Beller von sich gab und damit überhaupt erst auf sich aufmerksam machte, rollten wir am 27.02.2018 über die armenisch-iranische Grenze.

Und tatsächlich haben wir das Gefühl jetzt erstmal in eine neue, andere Welt einzutauchen. Unsere ersten Eindrücke sind sehr vielfältig und regen uns immer wieder zum Nachdenken an.

Absolut beeindruckend ist die Herzlichkeit, die offene Neugier, die Hilfsbereitschaft und riesig große Gastfreundschaft der Iraner/innen.  Für uns überraschend ist auch, das die Iraner/-innen das Campen & Picknicken mindestens so sehr lieben wie wir auch. An den Wochenenden, die hier am Donnerstag und Freitag liegen, wird das Zelt nebst Teppich in das Auto geladen und los geht’s  in den nächsten Park. Dort wird der Teppich neben dem Auto ausgebreitet und das Picknick für die ganze Familie darauf gepackt. Die Schuhe werden am Rand des Teppichs abgestellt und alle setzen sich rund um das Essen. Das Zelt wird ebenfalls auf Beton – auf dem Parkplatz oder dem Campingplatz mit Betonpodesten – direkt neben dem Auto, aufgebaut.

Wir bauen ab sofort nicht mehr alleine unseren Klappwohnwagen auf. Sobald wir irgendwo erscheinen, kommen zahlreiche, neugierig interssierte Menschen, die uns ihre Hilfe anbieten. Auch das ein oder andere Essen, Obst, oder Getränk wird uns vorbei gebracht.

Jeden Tag hören wir mehrfach: „Khosh
amadid“ – „Welcome to Iran!“ 

Wir antworten: „Thank you! we are glad to be here :-)!“ und schauen jetzt erwartungsvoll auf die kommenden 5 Wochen in diesem Land.

Zu guter Letzt, hier noch ein paar mehr Bilder zur Veranschaulichung unserer letzten Erlebnisse!

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7 thoughts on “Armenien & Iran – Nachbarländer wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten

  1. danke für Euren tollen Bericht. Ich bewundere Euch und den AKR Armenia für Engagement & Idealismus. Tut gut mal mal über was zu lesen, was nicht sofort und direkt mit Geld oder Profit zu tun hat. Da könnte man ja glatt seinen Glauben in die Welt und die Menschheit wieder entdecken…
    Gruß Volker

  2. Schön, dass wir Euch in dem Wüstendorf Garmeh getroffen haben. Wir sind inzwischen von unserem zweiwöchigen Trip durch Iran zurück und können Eure Eindrücke von der Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft der Iraner nur unterstreichen. Alles Gute für Eure weitere Reise!

  3. Hallo ihr Lieben!

    Schöne Seite habt ihr hier aufgebaut!
    Wir sind aktuell auch auf Reise in unserem Defender und stecken noch in Griechenland. Ich wollte mal von euch wissen. Wie war es denn mit dem Wetter zu der Jahreszeit in Georgien/Armenien/Iran?

    LG Alex

    1. Sorry Alex, wir haben usneren Blog aus persönlichengründen vernachlässigt und Deien Frage nichtgesehen… Mittlerweile hast Du ja schon eigene Erfahrungen mit dem Wetter machen können, nehme ich an. Und das ist ja auch nie wirklich vergleichbar glaube ich. Bei uns war der Winter in Georgien recht mild und in Armenien haben wir dann am Sevan See unsere kältesten Nächte mit bis zu -20 Grad erlebt… Viel Spaß Dir noch!

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