Riesen Schreck zur Mittagsstunde

Unser erster Tag in Russland!

Am Tag zuvor waren wir, von Öskemen/Ust-Kamenogorsk in Kasachstan kommend, über die Grenze nach Russland in die Region Altai in Westsibiren eingereist. Wir hatten uns sehr über die unkomplizierte Abwicklung an der Grenzkontrolle gefreut, die zur Einreise nur eine knappe halbe Stunde dauerte und waren dann an einen nahegelegenen See gefahren um unsere erste Nacht in Russland zu verbringen.

Am nächsten Morgen startet ein ganz gewöhnlicher Reisetag: Nach einem gemütlichen Frühstück wird der „Rapido“ aufgeräumt und zusammengeklappt ; Alles kommt wieder an seinen angestammten Reiseplatz ; Ein Morgenspaziergang inklusive Ballspiel mit dem Hund und dann rollen wir los. Wir wollen in den kommenden Tagen „richtig Strecke machen!“. Bis zum Baikalsee wollen wir jeweils nur eine Nacht zwischendurch übernachten (um Visumstage für die Rückfahrt zu sparen).

Nach ca. 2 Stunden machen wir eine erste kurze Pause, holen ein Getränk aus dem Kühlschrank, lassen auch noch mal den Hund ein bisschen raus und weiter geht’s. Gegen 13:30 Uhr machen wir dann Mittagspause! Erst gehen wir wieder eine kleine Runde Gassi, um uns allen die Beine zu vertreten und dann wollen wir eine kleine Mittagsbrotzeit zu uns nehmen. Während Charlie noch vorne am Auto beschäftigt ist, öffne ich hinten die Deichselbox unseres Anhängers, in dem sich der Kühlschrank und zwei 12Liter Gasflaschen befinden, um unser Essen herzurichten.

Mir entfährt nur noch ein lautes „Schei…!“ und Charlie fragt leicht gereizt: „Was ist denn jetzt schon wieder?“ Charlie denkt wohl ich werde wieder von einer Biene oder einem Mückenschwarm attakiert. Mein Entsetzen ist diesmal jedoch diesem Bild geschuldet! 

Wieder einmal ist es Glück oder Pech, das ich nichts riechen kann. Aber nachdem ich den Deckel geöffnet hatte, muss es bestialisch nach verkokeltem Plastik gestunken haben. Alles war verußt. Der Deckel der Kühlbox total verformt und der Kunststoff hatte Blasen geworfen. Die Verschlüsse an den Sicherheitsventilen der Gasflaschen waren komplett weggeschmolzen und zum Glück hatten sie aber ganz offensichtlich ihren Dienst getan und sich geöffnet, so dass das Gas austreten konnte. Die Flaschen waren leer und unten vereist.

Zuerst konnten wir uns überhaupt nicht erklären, wie dieses Malheur hat passieren können. Zugegebenermaßen waren das auch nicht unsere ersten Gedanken und Fragen. Zu allererst waren wir wirklich nur heilfroh, das nichts Schlimmeres passiert war. Natürlich fragten wir uns, ob das Ganze nicht auch hätte explodieren können?! Und das während der Fahrt! Wir hätten nicht nur uns, sondern auch noch andere Menschen gefährdet. Zum Glück haben wir stattdessen nur einen Materialschaden und keinen Personenschaden!

Nach genauerem Hinsehen konnten wir uns den Verlauf nur so erklären, dass das Textilband, das den Deckel der Deichselbox fixiert, irgendwie blöd auf den Lüftungsschlitzen des Kühlschranks zu liegen gekommen sein muss. Dadurch hat sich die Hitze gestaut und es hat zum Schmoren angefangen… Von dem Textilband ist auf jeden Fall kein Faden mehr zu sehen.

Ende gut – alles gut!

Sogar das Essen im Kühlschrank ist noch genießbar 🙂

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2 thoughts on “Riesen Schreck zur Mittagsstunde

  1. Ja, liebe Heike, dann sag‘ ich mal Mahlzeit! Ihr seid ja die reinsten Glücksritter, mit vielen Schutzengeln….hebt euch auch noch ein paar für die Rückreise auf ist ja in jedem Fall immer was los bei euch….gibt’s ab jetzt dann immer kalte Küche? Vielleicht gibt’s ja am Baikalsee bald ein MC Donalds…der Donald aus den USA besucht nämlich diese Tage den Putin…gute Weiterreisen und wie mir scheint ist die Mongolei schon fast in Sichtweite, liebe Grüße auch an deine Mitreißenden.

    1. Liebe Karin,
      ja ich hege und pflege unsere Schutzengel, denn ich finde auch, dass sie wirklich gute Arbeit leisten! Zum Glück werden auch in Sibirien Kühlboxen und Gasflaschen verkauft, so dass wir weiterhin kochen und vor allem im Winter dann auch wieder heizen können LG Heike

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