Unser Zuhause für 18 Monate

Lange haben wir überlegt, welches wohl das richtige Gefährt für unsere geplante Reise wäre.

Wir hatten viele Jahre einen VW-Bus, der als Wohnmobil ausgebaut war, danach einen Mercedes-Bus. In den letzten Jahren hatten wir uns dann auf einen PKW Kombi mit einem klappbaren Wohnwagen (einem Rapido Confort) verlegt. Diese Kombination war einfach praktischer für den alltäglichen Gebrauch, da uns damit im Alltag ein allradgetriebener PKW zur Verfügung stand und nur zu den Urlaubs- und Reisezeiten der Wohnwagen mit dazu kam.

Dieses Gespann hat uns auch auf unserer Balkanreise 2014 sehr gute Dienste geleistet. Trotzdem hatten wir als erste Idee, für die jetzt geplante lange Reise, einen Pickup mit Wohnmobilaufsatz vor dem geistigen Auge. Danach suchten wir auch einigermaßen lange, bis wir eines für unser finanzielles Budget geeignetes Gefährt gefunden hatten. Ein Opel Campo mit selbstausgebauten Wohnmobilaufsatz. Dieser gefiel uns von den Bildern her sehr gut, da er auch nicht in der üblichen „Plaste“ausführung daher kam, sondern der Innenausbau komplett aus Holz gemacht war. Nach einer nicht ganz einfachen Kommunikation mit dem Verkäufer, fanden wir dann auch einen Termin zur Besichtigung und Probefahrt, für den wir knapp 500km zurücklegten. Bei der Probefahrt überhitzte leider der Motor und verlor das komplette Kühlwasser. Auch der TÜV war noch nicht gemacht, wie eigentlich versprochen. Da wir nicht im Zeitdruck waren, gaben wir dem Verkäufer, dem Gefährt und uns noch eine zweite Chance. Es wurde vereinbart, das ein Austauschmotor eingebaut würde und auch alle anderen gefundenen Mängel in einer Werkstatt fachgerecht beseitigt würden. Zwei Monate später war ein erneuter Besichtigungstermin vereinbart, zu dem wir diesmal mit Anhänger anreisten, um im positiven Fall den Pickup mit samt Wohnmobilaufsatz und Abdeckung für den Pickup mit nach Hause zu nehmen.

Kurz bevor wir am vereinbarten Ort ankamen, erreichte uns ein Anruf vom Verkäufer, der uns berichtete, das ihm beim Aufsetzen der Wohnmobilkabine ein Malheur passiert sei. Die gesamte Elektrik im Wohnmobil müsse nun erneuert werden. Da wir schon fast am Ziel waren, fuhren wir noch die letzten Kilometer bis zum Treffpunkt. Dort vereinbarten wir, dass wir nun mit dem Pickup auf einem Campingplatz in der Nähe übernachten würden. Am folgenden Tag wollte der Verkäufer die Elektrik reparieren und dann wäre soweit alles in trockenen Tüchern.

An diesem Abend und in der Nacht wurde uns zum Glück sehr schnell klar, dass wir mit der Variante Pickup und Wohnmobilaufsatz auf keinen Fall glücklich werden. In dem Wohnmobil kann sich immer nur eine Person bewegen, die andere ist praktisch gezwungen sitzen zu bleiben und zu zuschauen. Die Schlafmöglichkeit im Alkoven ist mehr als beengt, von den Seiten genauso wie von Oben. Dazu kam, dass das Gewicht des Aufsatzes offenbar zu viel für den Pickup war. Die maximale Geschwindigkeit schraubte sich auf ebener, gerader Strecke gerade mal auf 65km/h hoch.

Wir zogen also unverrichteter Dinge wieder ab und entschieden uns nach reiflicher Überlegung dazu ein geländegängiges Allrad-Fahrzeug zu erstehen, dieses ebenfalls zu einem Campingfahrzeug umzubauen und zusätzlich unseren Rapido (den Klappwohnwagen) mitzunehmen.

Diese Variante erlaubt uns für ein oder zwei Nächte den Wohnwagen zugeklappt zu lassen und direkt auf der Route im Auto zu übernachten. Bleiben wir irgendwo länger bauen wir den Wohnwagen auf, zusammen mit seinem Vorzelt haben wir dann zwei relativ große Wohnräume für uns. Wollen wir mal eine Tour in schwierigere Gelände unternehmen, lassen wir den Wohnwagen an einem sicheren Ort stehen und nehmen nur den PKW.

Also ist’s jetzt ein Landrover Defender 110 geworden im Doppelpack mit dem Rapido!

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3 thoughts on “Unser Zuhause für 18 Monate

  1. Hallo ihr beiden,

    eine wirklich klasse Route habt ihr euch da ausgesucht! Vor allem spannend für uns, da wir dieses Jahr in abgespeckter Form (leider stehen uns nur 7 Monate zur Verfügung) eine ähnliche Route mit unserem Hund Frodo und unserem Land Cruiser planen.
    Wir sind langsam auch auf der Zielgeraden unserer Reisevorbereitungen angekommen und haben uns dabei auch immer mal wieder fleißig durch euren Blog geklickt. Jetzt sind bei uns uns noch zwei Fragen offen geblieben und es wäre total klasse, wenn ihr hierzu vielleicht auch noch eure Erfahrungen mit uns teilen könntet. Zum einen würde uns interessieren, ob ihr euer fahrendes Zuhause für die Tour Vollkasko versichert habt, da ist ja vermutlich schon einiges an Geld reingeflossen… Zum anderen stehen uns für die Einreisen nach Russland und Kasachstan ebenfalls die Gesundheitschecks für Frodo bevor, habt ihr hier Empfehlungen für Tierärte vor Ort, mit denen ihr gute Erfahrungen gemacht habt?

    Viele liebe Grüße
    Joëlle und Johannes

  2. Hallo,
    habe gerade eure tollen Berichte entdeckt. Wir möchten im kommenden Frühjahr eine ähnliche Tour mit unserem Hund starten. Wir würden uns speziell über Tipps bezüglich Grenzübertritte mit Hund freuen. Und wie sieht es unterwegs mit Futter aus?
    Welches Visa hattet ihr für Russland?

    Viele Grüße aus dem Münsterland
    Iris

    1. Hallo Iris,
      wir hatten uns für die diversen Grenzübertritte neben den benötigten Bescheinigungen im EU-Heimtierausweis ein Dokument in russisch übersetzen lassen und vom Amtstierarzt stempeln und unterschreiben lassen. Das hat uns in Russland , in allen STAN-Ländern und in der Mongolei schon dazu verholfen zum Teil etwas schneller mit der Bürokratie klar zu kommen. Wir sind nur ein einziges Mal vor Grenzübertritt noch mal vor Ort zum Tierarzt gegangen, um ein aktuelles Gesundheitszeugnis zu bekommen, aber das hätte es am Ende gar nicht gebraucht. Wenn Ihr das übersetzte Dokument haben wollt, schreibt mir eine kurze Email an: heike(add)oimi.de, dann schicke ich es Euch als ausfüllbares PDF zu…
      Unser Hund wird überwiegend gebarft und es war nie ein Problem auf den Märkten vor Ort gutes Fleisch, Knochen, Fett und Gemüse zu bekommen. Für den Notfall haben wir zwischendurch in größeren Städten (in Iran, in Kasachstan…) imnmer mal wieder ein paar Dosen Hundefutter beim Tierbedarfsshop gekauft und dabei gehabt.
      Für Russland hatten wir uns bei „sicher-reisen“ einem Reisebüro in München im Vorfeld ein einjähriges Geshäftsvisum besorgt. Dieses haben wir uns nach Georgien schicken lassen (2 Reisepässe dabei zu haben ist eh von Vorteil). In Georgien haben wir eine kurze Offroad-Pause mit Ferienappartment gemacht, da hatten wir dann eine Postadresse.
      Bei mehr Fragen können wir auch gerne mal telefonieren… Liebe Grüße Heike

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